SIIE Meetingpoint 2010 - Innovationskultur: Den Wandel leben
Eines ist mittlerweile unbestritten: Es gibt ihn, den Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und Innovationsleistung. Doch was genau sind die innovationsfördernden Faktoren im Unternehmen und unter welchen Voraussetzungen lassen sie sich entwickeln? „Sicher gehören Neugier, Kreativität und vor allem ein gewisser Mut, auch Risiken bei der Innovationsentwicklung zu übernehmen, zu den zentralen Faktoren, die eine Innovationskultur im Unternehmen fördern", weiß Prof. Dr. Ronald Gleich, Vorsitzender der SIIE Institutsleitung. Und Prof. Dr. Peter Russo, ebenfalls Vorsitzender der SIIE Institutsleitung, berichtet aus seiner langjährigen Praxiserfahrung: „Erfolgreiche Unternehmen schaffen Rahmenbedingungen und Umgebungen, die zum Lernen und Austausch anregen und dabei Fehler tolerieren." Denn eine offene und innovationsförderliche Kultur gelte als wichtigster Hebel zur Verbesserung der Innovationskraft.
Und weil Hochschulen wie die EBS für die Ausbildung der Fach- und Führungskräfte von morgen verantwortlicht sind, können sie hier eine wichtige Aufgabe erfüllen: schon in der Ausbildung die Soft Skills vermitteln, die eine Innovationskultur nachhaltig stärken. „Viele innovationsstarke Unternehmen haben genau diesen Anspruch an uns", sind sich Gleich und Russo nach dem intensiven Austausch mit den zahlreichen Unternehmensvertretern an diesem Tag einig.
Stephan Rahn, Manager Corporate Innovation Marketing des Multi-Technologieunternehmens 3M, das mit rund 26.000 Patenten weltweit zu den Innovationsführer gehört, ging seiner Keynote-Speech zum Thema "Cultivating Innovation" auf die Zusammenhänge zwischen Unternehmenskultur und Innovationsfähigkeit ein. Dabei sei die Unternehmenskultur die wichtigste Stellschraube für Innovation. Zugleich betonte er, dass Innovationskultur systematisch gestaltet werden kann und muss. Ein ständiger Neuerungsdrang sei die Haupttriebfeder für Innovation. Daher sei es wichtig, dass die Unternehmensführung diesen Drang fördere und diese Kultursignale auch an die einzelnen Mitarbeiter senden würde.
Wie wichtig genau diese Signale für die einzelnen Mitarbeiter und damit für die Innovationskraft des gesamten Unternehmens sind, darin waren sich auch die Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion einig. Zum Thema „Raus aus der Komfortzone: Wie es gelingt eine Kultur für Innovation zu schaffen" diskutierten:
- Dr. Thomas Pröckl, CFO und stv. Vorstandsvorsitzender, Eintracht Frankfurt,
- Stefan Rahn, Manager Corporate Innovation Marketing, 3M,
- Philipp Schäfer, Geschäftsführer, IDEO und
- Dr. Michael Sohl, Direktor Vorstandsstab und Kommunikation, Nassauische Sparkasse (NASPA)
Anschließend wurden den Besuchern in drei Fachforen aktuelle Studien und Forschungsergebnisse des SIIE präsentiert. SIIE Forschungsdirektor Christoph Schneider stellte in seinem Beitrag die Studie „Blick in die Zukunft: Zukunftsmanagement als Erfolgsfaktor der Investitionsgüterindustrie" vor. Im zweiten Forum gab Prof. Ronald Gleich bei der Vorstellung der aktuellen Ergebnisse des DEKRA Innovationsbarometers 2009 einen Einblick in die Innovationstätigkeit und -fähigkeit der deutschen Serviceindustrie. Und unter dem Titel „Die Erfindung top - die Vermarktung ein Flop", stellte Dr. Johanna Schönrok den zahlreichen Teilnehmern Lösungsmöglichkeiten für die erfolgreiche Kommerzialisierung von Innovationen vor.
Neben den Fachvorträgen stand natürlich auch der Erfahrungsaustausch und das Netzwerken im Vordergrund - dieser Tätigkeit konnten die Teilnehmer in entspannter Atmosphäre beim anschließenden Ausklang des Abends bei mediterranen Spezialitäten und Rheingauer Wein genussvoll nachgehen.





